Was ist das Geschäftsmodell von Fraudanwalt?

Zwei Motive und damit verbundene Geschäftszwecke können wir ausschliessen:

1. Aufklärung und Beratung von Kunden (Anlegerschutz, Konsumentenschutz). Wenn es das wäre, dass würden sich die Fraudanwalt-Macher zu erkennen geben und mit ihrem Namen, ihrer Kompetenz und Reputation für die Analysen und Empfehlungen gerade stehen.

2. Werbung: Eine "Boulvard"-Seite könnte immerhin eine ideale Plattform für Werbung abgeben. Erstaunlicherweise haben wir aber noch nie Werbung auf der Fraudanwalt-Seite gesichtet.

Worum geht es den Machern dann? Und wie verdienen sie Geld?

Verleumdung und Erpressung ?

Eine mögliche Erklärung bietet die diese Seite an. Ein Leonhard Reetz sei Geschäftsführer der RH Reputation GmbH. Pavlo Hanov bezeichne sich selbst als Manager der RH Reputation GmbH. Die beiden würden die Webseite fraudanwalt.com betreiben. Die Webseite sei - wie wir wissen - anonym registriert, so dass die Urheber nach außen nicht erkennbar seien. Mit fraudanwalt.com verleumdeten sie Unternehmen und Personen, in dem sie unwahre Tatsachen verbreiteten. Und nun kommt der springende Punkt: Als RH Reputation GmbH böten sie die Entfernung der Artikel auf fraudanwalt.com an gegen Entgelt in Höhe von mehreren Tausend Euro getarnt als ein Dienstleistungsvertrag für Online Reputationsmanagement. Das ist oder wäre gewerbsmässiger Betrug.

Es gibt Indizien für diese Darstellung, aber bewiesen ist sie nicht. Selbstverständlich bestreitet die RH-Reputation GmbH diese Darstellung. Doch können wir eine wohlfeile Pressemitteilung im Internet als Gegenbeweis ansehen? Die Frage nach dem Geschäftszweck von Fraudanwalt bleibt offen.

Verdächtige Gegenstrategien von Fraudanwalt

Auffällig sind bewiesene und mutmassliche Kommunikationsstrategien von Fraudanwalt.

1. Auf der Fraudanwalt-Seite existiert eine merkwürdige Unterseite, auf welcher der Lebenslauf eines Walter Völls ausführlich dargestellt wird. Warum? Was hat der Mann mit Fraudanwalt oder den Firmenbewertungen zu tun?

2. Anfangs 2018 tauchte eine Organisation namens Verbrecherwatch auf. Sämtliche Namen und Adressen auf der Seite waren erwiesenermassen Fakes. Die Betreiber berichteten über diverse angebliche Enthüllungen, die sie über Fraudanwalt gewonnen haben wollten, so auch sie hätten nun den Betreiber von Fraudanwalt enttarnt. Es handle sich um eben diesen Walter Völl. Bingo! Wenn man den Täter hat, muss man ja nicht mehr weitersuchen! Das war die Suggestion, welche die Fraudanwalt-Betreiber, welche hinter Verbrecherwatch stehen, erzielen wollten. Auf diese Weise konnten sie, zumindest vorübergehend, von den mutmasslichen Betreibern Leonhard Reetz und Pavlo Hanov, RH Reputation GmbH, ablenken.

3. Personen und Institutionen, insbesondere auch Anwaltskanzleien, welche sich kritisch über Fraudanwalt äussern, werden rasch selbst zum Angriffsziel. Als Beispiel kann man die Rechtsanwaltskanzlei Elexier in Frankfurt nennen. Die Kanzlei schrieb u.a. "Wir raten Verbrauchern ausdrücklich davon ab, die Seite fraudanwalt.com für Hilfe (...) in Anspruch zu nehmen." Klar, dass die Fraud-"Anwälte" so etwas nicht gern hören und prompt taucht die Kanzlei auf der Warnliste auf.