Anspruch von Fraudanwalt

Die Seite Fraudanwalt beansprucht, "die Wahrheit" zu berichten "und nichts als die Wahrheit". Wie kann der unbefangene Leser beurteilen, ob dieser hohe Anspruch eingelöst wird?

Zunächst bietet sich die Analyse des Inhalts an. Fraudanwalt bringt kritische und warnende Berichte über Firmen und deren Angebote und Dienste. Der Grundtenor lautet: Missbräuche sollen aufgedeckt und für Konsumenten oder Anleger transparent gemacht werden. Gegen diesen Zweck könnte man nichts einwenden. Wenn da nicht ein paar ungereimtheiten wären.

Quellen unbekannt

Bei der Lektüre der Berichte fällt auf, dass Fraudanwalt öffentlich zugängliche Dokumente (wie Web-Angebote, veröffentlichte Bilanzen u.dgl.) nutzt sowie offenbar von Whistleblowern geliefertes Material. Welche Quellen verwendet werden, bleibt dem Leser verborgern. Das unterscheidet Fraudanwalt von einer seriösen Konsumentenseite.

Einseitige Berichterstattung

So erstaunt es nicht, dass man bei der Lektüre der Artikel oft den Eindruck einer einseitigen, tendenziös negativen Berichterstattung erhält, welche darauf abzielt, das betreffende Unternehmen oder die Person in einem möglichst schelchen Licht erscheinen zu lassen. Der Beweis hierfür ergibt sich daraus, dass Fraudanwalt, soweit bekannt, noch nie das betroffene Unternehme direkt um eine Stellungsnahme angefragt hat, wie es beispielweise eine seriöse Konsumentenschutz- oder Anlegerschutz-Institution tun würde, geschweige denn eine Stellungsnahme der Betroffenen publiziert hat.

Wer steckt hinter Fraudanwalt

Und wer sind die Autoren der Artikel von Fraudanwalt? Offenkundig Personen, die das Licht scheuen, sonst würden sie sich zumindst im Impresseum zu erkennen geben. Doch stattdessen lesen wir dort Erstaunliches:

"Als Whistleblower wollen wir nicht unbedingt unsere Identität offenbaren. In dem Land wo wir leben gibt, es auch keine Impressumspflicht. Die Meinungsfreiheit ist hier in China ein hohes Gut. Bitte richten Sie Ihre Anliegen an: frankzappa13@rambler.ru"

Haben wir richtig gelesen? China als Hort der Meinungsfreiheit? Und eine russische E-Mail-Adresse als vertrauenswürdige Anlaufstelle für Whistleblower? Die verquere und unehrliche Argumentation der Fraudanwalt-Hintermänner zeigt sich auch daran, dass richtigerwiese Whistleblower geschützt werden müssen, nicht hingegen die Publizisten, welche deren Beiträge an die Öffentlichkeit bringen. Diese Webseitenbetreiber wollen etwas ganz anderes: Sich selbst schützen, selbst im Dunkeln bleiben. Doch warum? Die einzige Antwort, die wir bis heute kennen: Weil Sie etwas zu verbergen haben. Das ist ihr gutes Recht. Nur kann kann man eine solche Seiite kaum als vertrauenswürdige Anlegerschutz - oder Konsumentenschutz - Seite einstufen.

Lesen Sie weiter über den dubiosen Geschäftszweck von Fraudanwalt!

In einer früheren Version des "Impressums" trieb es Fraudanwalt noch bunter. Damals gaben sie die folgende isländische Adresse an:

Sveitarfélagið Skagafjörður – Varmahlíð
844, 645, Fosshóll, Þingeyjarsveit, Norðurland Eystra
Sunnuberg Guesthouse

Hier das Guest House, welches an dieser Adresse tatsächlich existiert ;-)